Salvador Dalí (1904.1989)
Autogrammkarte, signiert an Pablo Picasso.
Eine längliche Oktavseite in katalanischer Sprache.
Slnd [wahrscheinlich 1958 oder 1959].
Unveröffentlichte Postkarte mit dem Briefwechsel zwischen Dalí und Picasso.
Auf der Rückseite einer Silbergelatine-Fotografie-Postkarte mit einer Ansicht seines Hauses und der Bucht von Port-Lligat. Zweimal von Dalí signiert.
Dalí lädt Picasso nach Port Lligat ein. Ein prachtvolles, illustriertes Dokument des katalanischen Malers an seinen Mentor. Die surrealistische Einladung ist mit kleinen Zeichnungen einer Sternschnuppe, einer Gitarre, dreier Vögel und zweier Schnecken verziert, die einen Kuss darstellen.
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Ole!!
Punt de Trobada Port LLigat
Pel Juliol. Weder Dona noch Cargol.
A peto
Gala. Dali.
Übersetzung: „Hallo, Treffpunkt Port Lligat. Für Juli, weder Frau noch Schnecke. Ein Kuss. Gala. Dalí“
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Von ihrer ersten Begegnung 1926 in Paris an war die Beziehung zwischen Dalí und Picasso von Ambivalenz und Ungleichgewicht geprägt: Dalís Faszination traf auf Picassos Distanz und Schweigen. Trotz Dalís regelmäßiger Briefe und Kontaktversuche blieb Picasso dem surrealistischen Maler gegenüber beharrlich wortkarg. Bis auf wenige dokumentierte Begegnungen ist kein einziger Brief von Picasso an Dalí bekannt. Fasziniert und besessen vom Genie seines „ besten Feindes “, scheint Dalí sich einer illusorischen und unerwiderten Freundschaft hingegeben zu haben: „Jedes Jahr schickte ich ihm eine Postkarte mit einer alten Geschichte, die er mir erzählt hatte. Picasso antwortete nie, aber ich wusste, dass er meine jährliche Karte und die Erinnerung sehr schätzte.“ ( „Wie man zu Dalí wird“).
Pel juliol. Weder Frau noch Schnecke. Diese von Dalí erwähnte „alte Geschichte“ erinnert an Picassos Erinnerung an einen Aufenthalt in Cadaqués. Picasso, der den Sommer 1910 mit Fernande Olivier und Ramón Pitchot in Dalís Heimat verbracht hatte, wurde Zeuge der Flucht von María, Pitchots Schwester. Dalí erzählt sie so: „Es gab eine Altistin in Cadaqués […] Eines Tages, als ihr Geliebter sie küssen wollte, weigerte sie sich und ging auf den Balkon und rief: ‚ Pel juliol. Ni Dona ni Cargol. ‘ („Im Juli. Weder Frau noch Schnecke.“)“ Von da an erwähnte Dalí diesen Spruch fast systematisch in seinen Briefen, in der Hoffnung, durch eine gemeinsame und intime Erinnerung in Picasso eine Sehnsucht nach katalanischen Sommern zu wecken ( Dalí, Briefe an Picasso, S. 186–187).
Bibliographie: Dalí. Briefe an Picasso (1927-1970). L. Madeline. Ed. Le Promeneur.