Camille MAUCLAIR über Camille CLAUDEL im Jahr 1904.

Signierter Autogrammbrief.

Ein sehr seltener Brief von Mauclair aus dem Jahr 1904, in dem er die junge Camille Claudel erwähnt.

1.500

Camille MAUCLAIR (1872.1945)

Signierter Autogrammbrief.

Zwei Seiten, 12mo. Saint Leu. Undatiert (Anfang 1904)

Ein sehr seltener Brief von Mauclair aus dem Jahr 1904, in dem er die junge Camille Claudel erwähnt.

„Mein lieber Freund, ich würde dich vielleicht am Montag zum Mittagessen einladen. Wie man so schön sagt: Warte auf mich, ohne auf mich zu warten. Das heißt, ich habe vor zu kommen, aber es kann ja sein, dass kurzfristig etwas dazwischenkommt. Wenn deinerseits etwas dazwischenkommt, schreib mir nicht und mach dir keine Sorgen; wenn ich dich nicht erreiche, erledige ich einfach andere Besorgungen, mehr nicht. Die Affäre in Le Matin überrascht mich überhaupt nicht, aber ich bin neugierig, welche Art von Unhöflichkeit dahintersteckt, denn daran hatte ich ja nie Zweifel. Der Artikel wird dem guten alten Picard sicher sehr gefallen. Hast du Laurent gebeten, eine Zeichnung außerhalb des Textes anzufertigen? (Doucet hat mir erzählt, er hätte es dir gegenüber erwähnt, eine Lithografie oder so etwas. Wir könnten leicht etwas Exquisites daraus machen.) Du weißt ja, dass wir uns bezüglich Miss C., die Zeit zum Warten hat und für die es keine Eile gibt, auf Miss Claudel geeinigt haben, und zwar für April!“ Und noch etwas: Ich bin gerade von der Pellet-Ausstellung völlig begeistert von Genie und träume davon, einen Artikel über ihn zu schreiben, der mir wichtiger erscheint als jeder andere. Wir werden darüber sprechen. Um Himmels willen, vergessen Sie bitte mein unrühmliches Porträt in der Aubry-Broschüre. Mit freundlichen Grüßen, Mauclair.

 

Camille Mauclair, im Jahr 1901:

Man sagte von Mademoiselle Claudel, sie habe mehr als nur Talent besessen, einen Hauch von Genie: Das trifft wohl zu. Eine Art genialer Geisteshaltung umgibt ihre Werke, und ihr abruptes Erscheinen, ihre raue Silhouette, die sich mit erhabener Schwere, mit der edlen Brutalität von Bronze und Stein, die das volle Gewicht ihrer Form auf den großen Flächen trägt – alles in ihnen strahlt den Geist der Materie mit jener Leichtigkeit aus, die für aufsteigende Inspiration charakteristisch ist. Es ist heroische Bildhauerei: Mademoiselle Claudel ist die bedeutendste Künstlerin unserer Zeit.

Camille Mauclair, „Die Kunst der Malerinnen und Bildhauerinnen“, La Revue des Revues , 3. Viertel 1901, in Jacques Cassar, Dossier Camille Claudel , Op. O., S. 187.

Kontakt Formular

Was ist neu