Gérard de NERVAL – Eigenhändiger Brief mit der Unterschrift „G. Labrunie“. 1830.

Ein sehr schöner Brief des jungen Nerval, 22 Jahre alt, in dem er seinem Gesprächspartner mit großer Höflichkeit für dessen Besuch bei seinem Großvater mütterlicherseits dankt.

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Gérard de NERVAL (1808.1855)

Autogrammbrief mit der Unterschrift „G. Labrunie“

Zwei Oktavseiten. Sammlerstempel oben.

[Paris]. 5. Februar 1830.

 

Ein sehr schöner Brief des jungen Nerval, 22 Jahre alt, in dem er seinem Gesprächspartner mit großer Höflichkeit für dessen Besuch bei seinem Großvater mütterlicherseits dankt.

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„Sehr geehrter Herr, ich bin sehr gerührt von Ihrer Mühe, meinen Großvater zu besuchen, und danke Ihnen herzlich für Ihren freundlichen Brief. Was den anderen Brief betrifft, den Sie erwähnten, so habe ich ihn nicht erhalten und war sehr überrascht, als ich im Haus meines Großvaters erfuhr, dass Sie mir vor einigen Monaten einen geschrieben hatten, wie Sie es ihnen erzählt hatten. Ich ging in das Büro, an das Sie ihn adressiert hatten, ohne zu wissen, dass ich dort nicht mehr hinging, und wurde dort davon überzeugt, dass diese Herren ihn aus Nachlässigkeit, für die ich Ihnen sehr undankbar bin, verlegt hatten. Sie hatten ihn lange für mich aufbewahrt, weil sie erwartet hatten, dass ich sie besuchen würde, und ich blieb mehrere Monate lang fern. Ich bedauere dies umso mehr, als ich dadurch wahrscheinlich Ihre Adresse erhalten und Ihnen hätte schreiben können.“ Ich werde Sie nun sehen, was umso erfreulicher ist, und wenn ich Sie nicht zu sehr störe, werde ich Sie nächsten Montag oder Dienstag um 8:30 Uhr besuchen. Es ist noch etwas früh, aber ich glaube, das ist die Zeit, in der man Sie am ehesten finden wird. Mit freundlichen Grüßen, G. Labrunie .

 

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Unmittelbar nach seinem Abitur am 10. August 1829 scheint Gérard sich für ein eher unkonventionelles Jurastudium in Verbindung mit einem Praktikum in einem Notariat entschieden zu haben, wie aus diesem Brief hervorgeht: „Ich ging zu dem Büro, an das Sie es geschickt hatten…“. Die Faszination der Literatur erwies sich jedoch als stärker als dieser juristische Weg, den er sehr bald wieder aufgab.

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