Antonin Artaud (1896–1948)
Autographes Manuskript.
Eineinhalb Seiten im Quartformat auf Millimeterpapier.
Ein Blatt Papier, durch die Brandspur seiner Zigarette perforiert.
Slnd.
„Die Manneskraft ist gestört: Der Patient hat entweder zu starke oder gar keine Erektion. Dies tritt zyklisch auf.“
Ein rätselhaftes – unvollständiges – Manuskript von Artaud über die Aktivität der Lebensfunktionen des menschlichen Körpers.
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"die unmögliche Begegnung von Natur und Geist, eine Art innere Wahrheit, wo das Kreuz die Dinge quält, die vom menschlichen Organismus geordnet werden und das Nähen nicht mehr getan wird, weil die Feder des Heiligen Geistes, die ??? plötzlich spielt … des Ausmaßes.
Der Körper ist da, aber wie von sich selbst entleert, und die Organe – Leber, Herz, Lunge, Darm, Nieren – funktionieren ungestört. Die Atmung, in ihrer imaginären, zerebralen Form, ist zeitweise kaum beeinträchtigt. Etwas rau, flach, unvollständig. [?] Sie sprudelt hervor, etwas schwerfällig, etwas klar, zu weiß oder zu schwer. Man könnte meinen, sie sei beeinträchtigt, doch die Analyse ergibt einen gesunden Zustand. Die Manneskraft ist gestört: Der Patient hat zu viel oder gar keine Erektion. All dies kommt in Wellen. […] Manchmal ist der Patient ein Engel, ein Priester, ein jämmerlicher Sakristan. […]
Die Lebenskraft diversifiziert sich nicht mehr, verzweigt sich nicht mehr und besteht fort, indem sie die niederen Organe am Laufen hält. […] Alles wird bemitleidet, nichts fehlt, und doch ist das Selbst nicht mehr da… »