Max Jacob ist betrübt über den Krieg und das Schicksal des jüdischen Volkes. 1942.

« Auch ich bin zutiefst betrübt über das Unglück meiner jüdischen Familie und über die grausame Verhaftung eines erstklassigen Mannes, meines Beschützers. »

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Max Jacob (1876.1944)

Autogrammbrief an einen Freund.

Eine Seite in-4°.

St. Benedikt. 23. Februar 1942.

 

« Auch ich bin zutiefst betrübt über das Unglück meiner jüdischen Familie und über die grausame Verhaftung eines erstklassigen Mannes, meines Beschützers. »

Ein bewegender Brief des Dichters, Philosophen und besorgten Mannes, der die Tragödie des Weltkriegs und das Schicksal des jüdischen Volkes beklagt.

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„Mein lieber Freund, ich teile deinen Schmerz. Genau darum geht es! Bete! Das ist der Sinn wahren Schmerzes: uns Gott näherzubringen. Ich war noch in der High School, und ich erinnere mich an einen brillanten Anwalt, der sich so sehr für mich interessierte, dass er ein Gespräch über Gott mit mir begann. Ich erzählte ihm von Theorien, die wir damals in der Schule behandelten. Er lächelte traurig. ‚Sie sehen‘, sagte er, ‚dass Sie noch nicht gelitten haben.‘ Er hatte gerade seine junge Frau verloren. Diese Begebenheit hat mich 50 Jahre lang begleitet. Schmerz bricht all die Härte in uns auf, das, was der Teufel ist. Und nur der Teufel trennt uns von Gott.“

„Nur in Kreisen, die dich wollen“, sagst du. Ich antworte hart: „ Wir umgeben uns mit den Menschen, die wir verdienen . […] Gelehrte suchen Gelehrte, Katholiken suchen einander, weltliche Menschen suchen einander. Wenn du nirgendwo außer in Vergnügungsstätten erwünscht bist, liegt es daran, dass du ein Vergnügungsmensch bist. Bilde dich weiter, und du wirst emporgehoben werden.“

Auch ich bin zutiefst betrübt über das Unglück meiner jüdischen Familie und über die grausame Verhaftung eines Mannes von höchstem Rang, meines Beschützers. Das ist alles! Betet! Max Jacob.

 

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Max Jacob scheint sich auf den Sammler und Mäzen Georges Heilbronn (1901–1942) zu beziehen, der im Februar von den Deutschen verhaftet wurde; er starb in Auschwitz.

 

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