Abdelkader Ibn Muhieddine (1808–1883), der Emir Abd-el-Kader
Eigenhändiger Brief an Madame Achille Fould.
Eineinhalb Seiten im Quartformat in Arabisch mit französischer Transkription.
Restspur eines Sammlerstempels.
Kein Ort. 1. Ramadan 1284 [28. Dezember 1867]
"Ich werde die Freundlichkeit, das Wohlwollen und die aufrichtige Zuneigung, die Sie mir immer entgegengebracht haben, niemals vergessen."
Ein wunderschöner Grußbrief an die Ehefrau des Ministers von Napoleon III.
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„ Gepriesen sei Gott, der Ehrwürdigen und Vollkommenen, derjenigen, deren Eigenschaften schön und deren Taten großmütig und edel sind, der hochverehrten Madame Fould. Nachdem ich mich nach Ihrem Befinden erkundigt habe, übermittle ich Ihnen meine Neujahrsgrüße. Ich bete, dass Gott Ihnen ewiges Glück schenkt und Sie mit unvergänglichem Segen und Reichtum überschüttet. Bitte übermitteln Sie meiner ganzen Familie meine herzlichsten Glückwünsche.“
Ich werde Ihre Güte, Ihr Wohlwollen und Ihre aufrichtige Zuneigung, die Sie mir stets entgegengebracht haben, niemals vergessen und versichere Ihnen, dass ich Ihnen dies von ganzem Herzen erwidere. Daher wünsche ich Ihnen von Herzen , mehr als Sie es sich je wünschen könnten, dass Sie reichlich gesegnet werden. Ich denke stets an Sie und sehe Sie vor mir, ebenso wie Ihre ehrenwerten Töchter und großzügigen Schwiegersöhne. Herzliche Glückwünsche und Grüße eines treuen Freundes. Am 1. Ramadan 1284. Ihr ergebener Abd-el-Kader.
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Emir Abd el-Kader zählt zu den faszinierendsten historischen Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Der französische Kämpfer in Algerien wurde nach langem und tapferem Widerstand von General Louis de Lamoricière besiegt. Er war in Toulon, Pau und später in Amboise inhaftiert, bis Napoleon III. ihn und seine Familie 1852 befreite. Abd el-Kader ging daraufhin nach Damaskus, Syrien, um sich erneut der Philosophie und Theologie zu widmen. Nach seinem Kampf gegen Frankreich wurde er als Freund der Franzosen geehrt und mit dem Großkreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet. Zudem erhielt er den Pius-IX.-Orden.
Im Jahr 1865 unternahm der Emir einen vielbeachteten Besuch in Paris, wo er von den höchsten Staatsvertretern als Freund empfangen wurde. Zweifellos schloss Abd-el-Kader bei dieser Gelegenheit Freundschaft mit Madame Achille Fould, geborene Henriette Goldschmidt (1803–1870).
Abd al-Kader starb in Damaskus, wo er neben seinem Lehrer Ibn Arabi beigesetzt wurde. Der aus Algerien stammende, zunächst unbedeutende Gelehrte Abd al-Kader wurde zu einer bedeutenden Persönlichkeit des modernen Islam. Sein Mut, seine Frömmigkeit, seine Weisheit und sein Intellekt brachten ihm weltweite Bewunderung ein.