Jean Cocteau und die Unmoral von Kinderliedern.

Die ‚Bibliothèque Rose‘ (eine französische Kinderbuchreihe) bereitet Müttern seit Freud Sorgen.“

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Jean Cocteau (1889.1963)

Eigenhändiger Brief an André Figueras.

Eine Seite in-8°. Milly la Forêt. 24. September 1950.

 

Die ‚Bibliothèque Rose‘ (eine französische Kinderbuchreihe) bereitet Müttern seit Freud Sorgen.“

Anhand der Unmoral von Kinderliedern verteidigt Cocteau das Wesen der französischen Sprache.

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„Mein lieber Figueras, etwas Schönes und Wohlgesprochenes ist für die Jugend immer von Vorteil. Der moralische Standpunkt ist absurd. Dann müssten wir ja all die Kinderlieder aus dem Lehrplan streichen, die nur aus zweideutigen und obszönen : ‚Er rennt, er rennt, das Frettchen‘; ‚Der Bäcker hat Münzen‘; ‚Weißt du, wie man Kohl pflanzt?‘; ‚Im Mondlicht‘ usw.“

Die Reihe „Bibliothèque Rose“ bereitet Müttern seit Freud Sorgen. Sie täten gut daran, die Neuauflagen zu beklagen, deren Illustrationen den Charme des Textes zerstören. Ihr Jean Cocteau. Reinheit ist eine Reinheit der Materie, nicht der ihr gegebenen Form.

 

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