Jean Cocteau (1889.1963)
Eigenhändiges Manuskript, signiert mit einem Stern – Die Kinderdiebe.
Einseitig, Quartformat. Geringfügige Randmängel. Ohne Orts- und Datumsangabe. [1926]
Manuskript verziert mit sieben originalen ganzseitigen Zeichnungen.
Ein bemerkenswertes poetisches Manuskript – ein erster Entwurf – mit etwa dreißig in verschiedene Richtungen geschriebenen, umfangreich korrigierten und durchgestrichenen Zeilen, die mit einem Sternchen signiert sind. Diese Zeilen stellen fünf bisher unveröffentlichte Varianten der letzten Strophe des Gedichts „ Les Voleurs d’enfants“ (Die Kinderdiebe) dar, das in seiner Sammlung „Opéra “ bei Stock erschien.
____________________________________
Cocteau dichtet, korrigiert und formt seine Gedichte unaufhörlich:
Der Traum vom Fliegen gewöhnt uns daran
Das Kind verweilt über einer Erinnerung
Dieser Flug weckt eine Erinnerung
Das Kind träumt von einer Statue
Wer ruft ihn herbei?
In der Nähe eines umgestürzten Zauns
Er träumt in vagen Erinnerungen
Immer dasselbe: eine Statue
Es ist Abend… eine Statue
Er winkt ihn herüber
…
____________________________________
Das Manuskript wird durch sieben Originalzeichnungen ergänzt.
Ganz oben auf der Seite: eine Gruppe von sechs Männern (drei Silhouetten und drei Gesichter), die scheinbar Boule spielen. Das Gesicht von Cocteaus Musiker und Freund Georges Auric ist erkennbar.
Am unteren Seitenrand: eine Karikatur des Malers und Dekorateurs Christian Bérard, hier wenig schmeichelhaft als nackter Tänzer dargestellt. Eine Bleistiftnotiz lautet: „Christian Bérard vor dem Bart.“ Erwähnenswert ist, dass Bérard das Cover der Sammlung Opéra .