Geheimnisvoller – und unveröffentlichter – Brief von Charles BAUDELAIRE aus Brüssel.

„Diese Leute hier sind alle so dumm, dass sie mir nicht einmal den genauen Portopreis nach Madrid nennen können.“

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Charles Baudelaire (1821.1867)

Signierter Autogrammbrief.

Eine Seite in-8°.

[Brüssel] 22. Oktober 1864.

Unveröffentlichter Brief an die Pléiade-Korrespondenz.

 

„Poulet Malassis bleibt in der Rue de Mercelis Faubourg d’Ixelles 35 bis (und nicht 13).

Ich wohne in der Rue de la Montagne, im Hôtel du Grand Miroir. Mit freundlichen Grüßen Charles Baudelaire

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„Sehr geehrter Herr, ich danke Ihnen aufrichtig für Ihren ausgezeichneten Brief. Ich war sehr überrascht und erfreut. Ich schreibe Herrn Prévost, um ihm meinen herzlichen Dank auszusprechen. Ich gehe davon aus, dass ich spätestens in zwanzig Tagen in Frankreich sein werde. Ich werde Sie besuchen und den betreffenden Gegenstand anfordern.“

Poulet Malassis wohnt in der Rue de Mercelis 35 bis (nicht 13) in Faubourg d'Ixelles. – Ich wohne in der Rue de la Montagne, im Hôtel du Grand Miroir. Mit freundlichen Grüßen Charles Baudelaire.

Diese Leute hier sind alle so dumm, dass sie mir nicht einmal den genauen Portopreis nach Madrid nennen können. »

 

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Im April 1864 reiste der hochverschuldete Baudelaire nach Belgien, um dort eine Vortragsreise zu unternehmen. Seine Bemühungen als aufgeklärter Kunstkritiker blieben jedoch weitgehend erfolglos. Daraufhin ließ er sich in Brüssel nieder und verfasste eine Streitschrift gegen sein kurzzeitig gewähltes Wahlheimatland, das in seinen Augen eine Karikatur des bürgerlichen Frankreichs darstellte. Die vernichtende Schrift „ Armes Belgien“ blieb unvollendet.

Nur fünf Monate nach diesem Brief, am 15. März 1866, brach Baudelaire während eines Besuchs der Kirche Saint-Loup in Namur auf den Stufen der Kirche zusammen. Daraufhin traten Hirnstörungen und Aphasie auf. Die daraus resultierende Halbseitenlähmung hinderte den Dichter am ordentlichen Schreiben, und ab dem 23. März 1866 diktierte er seine Briefe nur noch.

 

Am 13. Oktober 1864 wurde Auguste Poulet-Malassis, der Verleger von „Les Fleurs du Mal“, offiziell in Brüssel unter der Adresse 35 bis rue de Mercelis registriert. Damals wurde vermerkt, dass er vorbestraft war, und die Behörden schienen ihn in Ruhe zu lassen. Das Leben in Brüssel war günstiger als in Paris, und er fand die Druckindustrie dort entwickelter vor als in Frankreich.

 

Bibliographie: Claude Pichois. Auguste Poulet-Malassis. Baudelaires Verleger .

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