Jean Cocteau (1889.1963)
Unveröffentlichtes handschriftliches Gedicht.
Eine Seite im Quartformat mit ausgefransten Rändern.
Restspuren des Stempels.
Slnd.
Ein erstaunliches Gedicht im ersten Entwurf – mit Streichungen und Korrekturen – als Hommage an seinen Freund, den Schweizer Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz.
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Vom Teufel und seinen kleinen Teufeln
Ramuz kennt das Auto
Blutrot ist seine Farbe
Von seinen roten Zebras, den Strahlen
Vom Teufel und seinen kleinen Teufeln
Die Limousine hat fünf Räder
Die weiße Straße, sie lenkte
Das sieht aus wie Prügel mit einem Stock
Der Schnurrbart, die Augenlider,
Die sorgfältige Wortwahl
Sie verbergen das Geheimnis der Steine
Und Tiergeister
Der Fühn (der Frühlingswind)
Atme und säe Wahnsinn
Doch Ramuz wartet gelassen
Mögen die Bäume lesen lernen.
Cocteau stellt seinen Freund Ramuz hier in perfekte Harmonie mit der umgebenden Schweizer Bergwelt dar. Tatsächlich war einer der Gipfel von Les Diablerets (einem Ferienort im Kanton Waadt), bevor er den Namen Tour Saint Martin erhielt, als Quille du Diable (Teufelskegel) bekannt. Die zahlreichen Legenden um diesen Alpendämon inspirierten Charles-Ferdinand Ramuz (1878–1947) zu seinem Roman Derborence.