Charles Baudelaire (1821.1867)
Foto im Carte-de-Visite-Format (CDV) von Nadar.
Größe: 6,40 x 10,40 cm.
Vintage-Albuminabzug. Sommer 1862.
„Die verabscheuungswürdige Gesellschaft stürzte sich vorwärts, wie ein einzelner Narziss, um ihr triviales Spiegelbild auf dem Metall zu betrachten.“
Eine außergewöhnliche und seltene Fotografie des Dichters, der mit den Händen in den Hosentaschen dasteht.
Dieses Foto entstand im Sommer 1862 in Nadars legendärem Studio am Boulevard des Capucines 35 in Paris.
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„Beim Anblick dieses stets einzigartigen Gesichts, das unter dem Kragen des stets hochgeschlagenen Mantels hervorlugte, die kräftig gelappte Nase zwischen zwei unvergesslichen Augen: zwei Tropfen Kaffee – zusammengepresste, bittere, boshafte Lippen, vorzeitig ergrautes Haar, mal zu kurz, mal zu lang, ein glatt rasiertes Gesicht, klerikal rasiert – da erstarrte der Passant, wie von Sorge ergriffen, und dachte: ‚Der ist nicht wie alle anderen.‘“
Félix Nadar, Charles Baudelaire intime : le poète vierge.
Obwohl er sich anfangs gegen die Erfindung der Fotografie sträubte („Von diesem Augenblick an stürzte sich die schmutzige Gesellschaft wie ein einziger Narziss darauf, ihr triviales Spiegelbild auf Metall zu betrachten. Ein Wahnsinn, ein außerordentlicher Fanatismus ergriff all diese neuen Sonnenanbeter.“ – Salon von 1859.), war sich Baudelaire der Bedeutung des Verfahrens bewusst und ließ sich mehrmals von der Linse „einfangen“. Es war sein Freund Nadar, der ihn 1855 als Erster fotografierte.
Uns sind nur fünfzehn verschiedene fotografische Porträts des Dichters bekannt, die zwischen 1855 und 1866 im Laufe von sieben separaten Sitzungen entstanden sind: drei bei Nadar, drei bei Etienne Carjat und eines bei Charles Neyt in Brüssel.
Baudelaire und Nadar lernten sich 1843 kennen, und ihre Freundschaft hielt bis zum Tod des Dichters im Jahr 1867. Der Fotograf fertigte zwischen 1855 und 1862 insgesamt sieben Porträts seines Freundes an. Die beiden Männer, die einander sehr bewunderten, erwiesen einander in ihren jeweiligen Werken bewegende Huldigungen: Baudelaire widmete dem Porträtisten ein Gedicht aus „Les Fleurs du Mal“, „Le rêve d'un curieux“, der ihm wiederum ein Werk mit dem Titel „ Charles Baudelaire intime : le poète vierge “ (1911) widmete.
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Bibliographie:
Charles Baudelaire Intimate : Die jungfräuliche Dichterin. Félix Nadar. 1911.
Nadar. Fotografien. Hubschmid-Verlag.
Baudelaire-Album. Pléiade-Ausgabe.
Nadar. André Barret.