Arthur Rimbaud auf dem Sterbebett.
Originale Federzeichnung seiner Schwester Isabelle, signiert IR am unteren Rand.
Kostbares Porträt von Arthur, aus der Erinnerung angefertigt im Jahr 1895 von Isabelle Rimbaud und adressiert an ihren zukünftigen Ehemann Paterne Berrichon (siehe Brief vom 27. Oktober 1896).
Braune Tinte und weiße Gouache auf schwerem Papier.
Format 9 x 7 cm.
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Diese Zeichnung, ein ergreifendes Zeugnis der letzten Augenblicke des Dichters, bildet das Frontispiz von Band I der Rimbaud-Korrespondenz von Jean-Jacques Lefrère, die 2007 von Fayard veröffentlicht wurde.
Isabelle Rimbaud war eine privilegierte Zeugin der letzten Leidensmonate ihres älteren Bruders in Roche und Marseille: „ Ich stützte seinen schwächer werdenden Körper. Ich trug diesen leidenden und geschwächten Körper in meinen Armen. Ich führte ihn bei seinen Ausflügen, ich beobachtete jeden seiner Schritte; ich führte und begleitete ihn, wohin er auch wollte; ich half ihm stets hinein, hinauf und hinunter; ich räumte mit seinem einen Fuß jeden Hinterhalt und jedes Hindernis aus dem Weg. Ich bereitete seinen Platz, sein Bett, seinen Tisch. Bissen für Bissen gab ich ihm zu essen. Ich stellte ihm Becher mit Getränken an die Lippen, damit er seinen Durst stillen konnte… “
Wir kennen die oft kritisierte Erinnerungsarbeit, die Isabelle unmittelbar nach dem Tod ihres Bruders am 10. November 1891 leistete. Ihre Heirat mit Paterne Berrichon im Jahr 1897 verstärkte die Verzerrung des Bildes von Arthur Rimbauds Schicksal. Tatsächlich widmete sich das Ehepaar Rimbaud-Berrichon, getrieben von ihrem ideologischen Streben, der Aufrechterhaltung des Dichterkults ausschließlich unter dem Deckmantel der Moral.
Die Rimbal-Exegeten des 20. Jahrhunderts waren in der Lage, den von Isabella ursprünglich errichteten heiligen Tempel zu dekonstruieren, um die genaueren Konturen des Lebens des Mannes mit Windfüßen zu definieren.
Isabelle Rimbaud trug in jedem Fall zu Rimbauds Vermächtnis und Legende bei. Als einzige Zeugin seiner letzten Augenblicke besitzen ihre Schriften und Zeichnungen eine besondere Bedeutung.
Bibliographie:
Arthur Rimbaud. Korrespondenz. Jean-Jacques Lefrère. Fayard. 2007.
Mein Bruder Arthur. Rimbaud im Sterben. Mercure de France. 1921.
Gegenüber Rimbaud. Jean -Jacques Lefrère. Phébus. 2006.