Antonin Artaud (1896.1948)
Eigenhändiger Brief an Marcel Bisiaux.
Zwei Seiten im 12°-Format, in grüner Tinte. Autogrammumschlag.
Briefkopf mit dem Stempel Maison de Santé d'Ivry-sur-Seine.
Ivry-sur-Seine [24. Oktober 1947]
„Haben Sie Jacques Brenner in den letzten drei Monaten gesehen? Wie steht es um Nummer 3 aus dem Jahr 1984?“
_______________________________
„Lieber Freund, wenn du mich besuchen kannst, schreib mir bitte kurz. Ich habe von René Lalou einen Scheck für den Salon des Réalités Nouvelles erhalten , der leider verloren gegangen ist. Er wurde jedenfalls nicht bei der Bank in der Rue de la Boétie eingelöst. Könntest du mir bitte René Lalous Adresse geben, damit ich ihn anschreiben und um die nötigen Schritte bitten kann? Komm doch bitte vor Montag in Ivry vorbei. Hast du Jacques Brenner in den letzten drei Monaten getroffen? Wie ist der Stand der Dinge mit Ausgabe Nr. 3 von 1984? Ich warte auf dich. Mit freundlichen Grüßen, Antonin Artaud.“
_______________________________
Neben der Gestaltung des Covers trug Artaud zur dritten Ausgabe von 84 mit seinem Text „Paris-Warschau“ bei, einem erhabenen Gedicht, das zu den letzten Schreien des verfluchten Dichters zählt.
Die von Marcel Bisiaux, dem Empfänger dieses Briefes, gegründete Zeitschrift räumte Artaud sowohl zu seinen Lebzeiten als auch nach seinem Tod einen bedeutenden Platz ein. Die ersten vier Ausgaben entsprechen chronologisch den letzten beiden Lebensjahren Artauds, die er in der psychiatrischen Klinik in Ivry verbrachte, von wo aus dieser Brief versandt wurde.