Keith Haring (1958.1990)
Autogrammbrief an Bertrand Aussel, alias Monkeyfinger.
Zwei Quartseiten, in Großbuchstaben geschrieben, auf seinem Briefkopfpapier
Signierter Umschlag, frankiert und abgestempelt.
[New York, 8. Juli 1988, laut Poststempel].
Seltenes Dokument des amerikanischen Künstlers an seinen Streetart-Kollegen Monkeyfinger. Auf der zweiten Seite ist der Brief mit einer Originalzeichnung versehen, die eine offene Hand mit einem ausgestreckten, strahlenförmigen Zeigefinger zeigt.
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„Monkey Finger – Tut mir leid, dass ich nicht schreibe. Ich bin ständig unterwegs und habe viel zu tun. Wie geht es dir? Warum warst du im Krankenhaus? Ich hoffe, es geht dir gut. Ich habe Kwong Chi von dir gegrüßt. Ich war schon länger nicht mehr in Paris. Vielleicht sehen wir uns ja beim nächsten Mal. Bis dahin, pass auf dich auf. Keith.“
Übersetzung: „Monkey Finger – Tut mir leid, dass ich mich nicht gemeldet habe. Ich war total im Stress und ständig auf Reisen. Wie geht es dir? Warum bist du im Krankenhaus? Ich hoffe, es geht dir gut. Ich habe Kwong Chi gesagt, dass du mich grüßt. Ich war schon lange nicht mehr in Paris. Vielleicht sehen wir uns ja beim nächsten Mal. Bis dahin, pass auf dich auf. Keith.“
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Im selben Jahr, 1988, wenige Tage nach diesem Brief, erfuhr Keith Haring von seiner HIV-Infektion. Von da an widmete er sich dem Kampf gegen die Krankheit und nutzte seine Kunst und seinen Ruhm, um diese Sache zu unterstützen. Die Keith Haring Foundation wurde 1989 zu diesem Zweck gegründet. Der Künstler starb im Februar 1990 an der Krankheit.
Einen Monat nach diesem Brief starb ein weiterer Gigant der freien Figuration, Jean-Michel Basquiat, in New York an einer Überdosis. Tief betroffen vom Tod seines Freundes widmete Keith Haring ihm das Gemälde „ A Pile of Crowns, for Jean-Michel Basquiat“ .
Der Straßenkünstler Bertrand Aussel, auch bekannt als Monkeyfinger, war ein enger Freund von Haring und des berühmten amerikanischen Fotografen Tseng Kwong Chi (der von Haring in dem Brief erwähnt wird), dem wir Tausende von Haring-Fotografien verdanken.