COLETTE und die Veröffentlichung ihres Essays „Das Reine und das Unreine“.
« Der Rektor von Gringoire hat gerade meine Seifenoper unterbrochen… »
Verkauft
« Der Rektor von Gringoire hat gerade meine Seifenoper unterbrochen… »
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Sidonie Gabrielle Colette , bekannt als COLETTE (1873–1954)
Eigenhändiger Brief an Hélène Berthelot.
Zwei Oktavseiten auf besticktem, gemustertem Papier. Ohne Orts- und Datumsangabe [Januar 1932]
Charmante Collage mit einem kleinen Schmetterling an der Spitze.
« Der Rektor von Gringoire hat gerade meine Seifenoper unterbrochen… »
Colette kommentiert distanziert die willkürliche Unterbrechung der Veröffentlichung ihres Werkes „ Das Reine und das Unreine“ .
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„Liebe Hélène, euch beiden ein frohes neues Jahr! Wie schön dieses Papier ist! Weißt du, man findet es gar nicht mehr auf dem Santon-Jahrmarkt? Die Katze hat ein neues Wort: ‚Baiser‘, das sie ‚Me-raing‘ ausspricht! Stecke Philippe dieses kostbare Dokument ins Ohr und frage ihn, was er davon hält.“
Der Redakteur von Gringoire hat mich mitten im Satz mitten in meiner Serie unterbrochen, weil, wie er sagte, sein „Publikum enttäuscht“ sei. Er hatte noch fünf Folgen bis zum Ende. Da ich weiß, dass du Humor schätzt, erzähle ich dir davon und sende euch beiden meine herzlichsten Grüße. Deine Colette.
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„Das Reine und das Unreine“ wurde zunächst in Fortsetzungen in der Wochenzeitschrift Gringoire vom 4. Dezember 1931 bis zum 1. Januar 1932 veröffentlicht. Die Veröffentlichung wurde dann aufgrund des Drucks von Lesern, die über den unmoralischen Charakter des Werkes empört waren, eingestellt (Thema dieses Briefes).
Mit diesem Essay wollte Colette eine freie Reflexion über die Freuden der Liebe, Eifersucht, Homosexualität, Genuss und die Nuancen des Begehrens zwischen Mann und Frau anregen. Die unkonventionelle und avantgardistische Autorin sorgte bei Gringoires Lesern zweifellos für Verstörung.
Ces Plaisirs als Buch veröffentlicht. Der endgültig gewählte Titel Le pur et l'impur ist der einer erweiterten Fassung, die 1941 von Armes de France herausgegeben wurde.
Colette, die ihre eigene Arbeit regelmäßig kritisch beurteilte, schätzte dieses Buch sehr: „Vielleicht wird man eines Tages erkennen, dass dies mein bestes Buch ist.“